Ein Tropfen Motoröl auf einem Granit-Podest im Eingangsbereich, ein umgekippter Ölkanister in der Garage mit Sandstein-Belag, ein Auto, das über Nacht in der Einfahrt einen dunklen Fleck hinterlassen hat. Wer einmal eine Naturstein-Fläche mit Öl beschädigt hat, kennt das ungute Gefühl beim ersten Wischversuch: nichts geht ab. Der Fleck wird nass, glänzt kurz, und sobald er trocknet, ist er wieder da. Manchmal sogar größer als vorher, weil das Öl an den Rändern weitergezogen ist.
Der Grund dafür ist die offenporige Struktur von Naturstein. Anders als Fliesen oder polierter Kunststein hat Naturstein winzige Kapillaren, die Flüssigkeiten regelrecht aufsaugen. Motoröl mit seiner niedrigen Viskosität dringt darin binnen Minuten bis in die Tiefe ein und lagert sich in der Materialstruktur ein. Reinigung von der Oberfläche her holt es nicht heraus, weil das Öl gar nicht mehr oben liegt.
Ich reinige in der Bau- und Sonderreinigung in Grevenbroich regelmäßig genau solche Fälle. Manche gehen gut aus, manche nicht. In diesem Artikel bekommen Sie beide Seiten der Medaille: eine ausführliche Anleitung zur Öl-Saugpaste plus einen echten Fall aus Grevenbroich, bei dem der Fleck trotz mehrerer Anwendungen nicht rausging und ich dem Kunden ehrlich zum Austausch geraten habe.
Warum ist Öl auf Naturstein so tückisch?
Naturstein ist nicht gleich Naturstein. Die verschiedenen Sorten reagieren sehr unterschiedlich auf Öl:
- Granit ist relativ dicht und hart, saugt aber im unpolierten Zustand (etwa als Terrassenplatte oder rohe Treppenstufe) trotzdem deutlich. Polierter Granit ist widerstandsfähiger, aber sobald das Öl in eine Fuge oder eine kleine Vertiefung läuft, ist es auch dort drin.
- Sandstein ist extrem saugend, praktisch schwammartig. Ein Ölfleck zieht binnen Minuten tief ins Material und lässt sich meist nur teilweise wieder herausholen.
- Marmor und Kalkstein sind zusätzlich problematisch, weil Motoröl Säureadditive enthält. Diese Säuren greifen die Kalkstruktur an und hinterlassen matte, aufgeraute Stellen, die selbst nach vollständiger Öl-Entfernung sichtbar bleiben.
- Travertin und Basalt liegen dazwischen, meist etwas saugender als polierter Granit, aber weniger empfindlich als Marmor.
Das bedeutet für die Praxis: Bevor Sie loslegen, sollten Sie wissen, welchen Stein Sie vor sich haben. Das entscheidet über die Erfolgsaussichten und über die Wahl des Reinigers. Bei Unsicherheit lieber einen kleinen Testauftrag an unauffälliger Stelle machen oder einen Profi holen.
Was nicht funktioniert und teilweise schadet
Spülmittel und Bürste
Der Klassiker unter den Fehlversuchen. Spülmittel wirkt tensidbasiert, es löst Fett an der Oberfläche. Das Öl, das schon in den Stein eingezogen ist, erreicht es überhaupt nicht. Sie schrubben eine halbe Stunde, sehen kurz einen leichten Erfolg, und zwei Tage später ist der Fleck wieder da, weil das Reservoir im Stein nachliefert. Bei Marmor kann die Bürste die Politur zusätzlich mattieren.
Aceton oder Nitroverdünner
Aceton löst Öl chemisch, klingt also erstmal logisch. Das Problem: Aceton verdunstet in Sekunden. Es hat schlicht keine Zeit, das tief eingezogene Öl zu erreichen und mit nach oben zu nehmen. An der Oberfläche wird der Fleck kurz heller, kommt aber nach dem Verdunsten wieder durch. Bei polierten Steinen kann Aceton außerdem Kleber in Fugen oder Silikon-Verfugungen anlösen.
Backofenreiniger
Ein besonders gefährlicher Tipp aus dem Internet. Backofenreiniger ist stark alkalisch (Natriumhydroxid). Auf Marmor, Kalkstein oder Travertin wirkt das ätzend und hinterlässt dauerhaft aufgehellte, matte Stellen. Auf poliertem Granit greift es die Beschichtung und die Politur an. Selbst wenn der Ölfleck weniger sichtbar wird, ersetzen Sie ihn durch einen Ätzschaden, der ebenso unschön ist und sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
Hochdruckreiniger
Der Wasserstrahl mit hohem Druck drückt das Öl noch tiefer ins Material, statt es herauszuholen. Bei Naturstein mit Fugen kann Hochdruck außerdem den Fugensand oder Mörtel auswaschen. Bei Marmor und Kalkstein raut der Strahl mit der Zeit die Oberfläche auf. Nach der Öl-Behandlung mit Saugpaste ist der Hochdruckreiniger zum Nachspülen okay, vorher richtet er nur Schaden an.
Finger weg von Säurereinigern bei Marmor und Kalkstein
Essigreiniger, Zitronensäure, WC-Reiniger mit Salzsäure oder Kalkentferner sind bei Marmor, Kalkstein und Travertin tabu. Die Säure zerstört die Oberflächenstruktur sofort und irreversibel. Selbst kurze Einwirkung reicht für sichtbare Schäden. Bei Granit sind die meisten Säurereiniger weniger schlimm, aber auch dort können sie die Politur mit der Zeit aufweichen.
Was wirklich hilft: das Prinzip der Öl-Saugpaste
Die einzige Methode, die zuverlässig funktioniert, kehrt den Kapillar-Effekt einfach um. Statt Wasser oder Reiniger in den Stein zu drücken, bringen Sie ein Material auf die Oberfläche, das das Öl nach oben herauszieht. Genau das macht eine Öl-Saugpaste.
Der bekannteste Hersteller ist Lithofin, das Produkt heißt Lithofin Öl-Ex. Es gibt vergleichbare Pasten von anderen Anbietern (zum Beispiel Akemi Öl- und Fettentferner-Paste oder MN Öl-Ex-Paste), das Wirkprinzip ist überall gleich.
Wie funktioniert die Paste?
Die Paste besteht aus feinen Saug-Pigmenten auf Basis von Kieselgur, Silikaten oder ähnlichen mineralischen Sorbenzien. Diese Pigmente haben eine noch feinere Kapillarstruktur als der Stein selbst. Nach dem Auftrag entsteht ein Kapillar-Gefälle: Das Öl wandert langsam aus der Tiefe des Steins nach oben in die trocknende Paste hinein, weil die feineren Poren der Paste stärker saugen als die gröberen Poren des Steins.
Während die Paste trocknet, verändert sich ihre Farbe. Je nach Ölmenge wird sie dunkelgrau, braun oder fast schwarz. Nach 8 bis 10 Stunden (bei sehr dichtem Granit auch bis zu 24 Stunden) ist die Paste durchgetrocknet und Sie kehren sie samt gebundenem Öl ab.
Preisrahmen und Bezugsquellen
Eine 500-Gramm-Dose Lithofin Öl-Ex kostet zwischen 20 und 30 Euro und reicht für vier bis sechs mittelgroße Behandlungen. Zu bekommen ist die Paste im Steinmetz-Fachhandel, in gut sortierten Baumärkten und online (Amazon, Steinshop, Boesner). Die Alternativen der anderen Hersteller liegen preislich ähnlich.
Sofortmaßnahmen bei einem frischen Ölfleck
Wenn Sie das Öl gerade erst verschüttet haben (innerhalb der letzten Minuten oder wenigen Stunden), ist noch nicht alles verloren. Der Trick: Verhindern Sie, dass das Öl in den Stein einzieht, so gut es geht.
- Nichts wischen. Wischen verteilt das Öl auf einer größeren Fläche und drückt es zusätzlich ins Material. Der Fleck wird dadurch größer, nicht kleiner.
- Sofort abstreuen: Katzenstreu (bevorzugt das feine, silikatbasierte), Sägemehl oder ein spezielles Öl-Absorber-Granulat großzügig auf den Fleck geben. Faustregel: mindestens doppelt so viel Fläche abdecken wie sichtbar ölig ist.
- Zeit geben: Mindestens 30 Minuten liegen lassen, besser 2 bis 4 Stunden. Bei größeren Mengen ruhig über Nacht.
- Abkehren: Mit weichem Handbesen zusammenkehren und in eine Tüte packen. Das ist verschmutztes Ölbindemittel und gehört in den Restmüll, nicht in den Biomüll und keinesfalls in den Grünstreifen.
- Zwischenreinigung: Die Stelle mit lauwarmem Wasser und Schmierseife abwaschen. Wenn ein sichtbarer Schatten bleibt, weitermachen mit der Öl-Saugpaste (nächster Abschnitt).
Bei sofortiger Reaktion (innerhalb der ersten Stunde) und einer nur geringen Ölmenge lässt sich der Schaden mit dieser Methode oft komplett verhindern. Je länger das Öl liegen bleibt, desto tiefer zieht es ein, und desto weniger reicht das Ölbindemittel allein aus.
Schritt für Schritt: Öl-Saugpaste anwenden
- Wetter prüfen: Sie brauchen mindestens 12 bis 24 Stunden ohne Regen und ohne starke Feuchtigkeit. Bei Außenflächen unbedingt Wetterbericht studieren. Bei drohendem Regen die Fläche mit Folie oder einem umgedrehten Eimer abdecken.
- Fläche vorbereiten: Den betroffenen Bereich trocken kehren, losen Schmutz entfernen. Die Stelle muss vollständig trocken sein. Nach Regen mindestens 24 Stunden warten, im Zweifel mit dem Handrücken prüfen.
- Paste vorbereiten: Die Dose gut umrühren, damit sich die Saugpigmente gleichmäßig verteilen. Ein Malerspachtel eignet sich gut zum Auftragen.
- Paste auftragen: Etwa 5 Millimeter dick auf den Fleck spachteln. Wichtig: den Auftrag mindestens 2 Zentimeter über den sichtbaren Fleck hinaus verteilen, weil das Öl unter der Oberfläche oft weiter zieht als sichtbar ist.
- Einwirken lassen: 8 bis 10 Stunden ungestört trocknen lassen. Bei sehr dichtem, poliertem Granit ruhig 12 bis 24 Stunden geben. Die Paste verändert dabei ihre Farbe.
- Trocknungsgrad prüfen: Die Paste sollte beim Anfassen hart und pulverartig sein, nicht mehr klebrig. Bei Zweifeln lieber noch ein paar Stunden Zeit geben.
- Abkehren: Mit einem weichen Handbesen die getrocknete Paste zusammenkehren, in eine Tüte geben und in den Restmüll. Die Paste enthält jetzt das gelöste Öl und ist kein normaler Bauschutt.
- Nachreinigen: Die Stelle mit lauwarmem Wasser und einem Schuss Schmierseife (etwa Sonett Schmierseife oder Mellerud Schmierseife) abwaschen. Anschließend mit klarem Wasser gründlich nachspülen.
- Ergebnis bewerten: Nach dem Trocknen den Fleck begutachten. Bei alten oder tiefen Verschmutzungen ist nach dem ersten Durchgang häufig noch ein Schatten sichtbar. Dann wird wiederholt.
- Wiederholen: Zwei bis vier Anwendungsdurchgänge sind bei tief eingezogenen Flecken normal. Zwischen jedem Durchgang die Stelle vollständig trocknen lassen (mindestens 24 Stunden), dann neue Paste auftragen.
Regenschutz nicht unterschätzen
Wenn die Paste während des Aushärtens nass wird, löst sie sich auf, läuft auseinander und verteilt sich als weißer Schleier über die gesamte Naturstein-Fläche. Das habe ich in der Praxis schon mehrfach erlebt, und die Nacharbeit ist deutlich aufwendiger als die eigentliche Ölreinigung. Bei Außenflächen deshalb immer eine Plane oder einen umgedrehten Eimer als Schutz einplanen, falls die Wetterprognose auch nur leicht schwankt.
Fallstudie: Motorölflecken auf Granit-Eingangsstufen in Grevenbroich
Ausgangslage
Ein Privatkunde aus Grevenbroich kontaktierte mich Anfang April 2026 wegen mehrerer alter Motorölflecken auf den Granit-Treppenstufen an seinem Eingangsbereich. Es handelte sich um acht bis neun Stufen aus poliertem Granit, auf denen sich über einen längeren Zeitraum Öl gesammelt hatte (vermutlich aus einem undichten Motorblock beim Aussteigen oder aus einem Ölkanister). Die Flecken waren dunkel, teils ringförmig und deutlich in die Materialstruktur eingezogen. Der Auftraggeber war sich bewusst, dass es kein leichter Fall werden würde, wollte aber vor einem Austausch alle Reinigungsoptionen ausschöpfen.
Vorgehen
Ich habe die Flächen zunächst vorbehandelt und gründlich trockengereinigt. Dann kam Lithofin Öl-Ex zum Einsatz, die Profi-Saugpaste für Naturstein. Der erste Auftrag lief über Nacht mit 8 bis 10 Stunden Einwirkzeit, anschließend habe ich die getrocknete Paste abgenommen. Der Bereich war mit Beschilderung abgesperrt, damit niemand versehentlich auf die noch weiche Paste tritt.
Nach dem ersten Durchgang war klar, dass das Öl zu tief saß. Ich habe die Behandlung mehrmals wiederholt, insgesamt über einen Zeitraum von einer Woche im April 2026. Bei besonders hartnäckigen Stellen habe ich dickere Aufträge gemacht und die Einwirkzeit verlängert. Zwischen den Durchgängen jeweils vollständige Trocknung, dann Nachreinigung mit klarem Wasser und Schmierseife.
Ergebnis
Ehrliche Einschätzung
Trotz mehrfacher fachgerechter Anwendung der Profi-Saugpaste konnten die Ölflecken auf den Granit-Treppenstufen nicht vollständig entfernt werden. Die Verfärbungen waren bereits so tief in die offenporige Materialstruktur eingezogen, dass eine restlose Wiederherstellung durch Reinigung technisch nicht möglich war. Ich habe dem Kunden das Ergebnis offen kommuniziert und den Austausch der betroffenen Stufen als einzigen Weg zu einer optisch einwandfreien Lösung empfohlen.
Warum ich das trotzdem gerne erzähle
Weil ich dazu stehe. Ich verspreche keinem Kunden vorher, dass ich alles wegbekomme. Was ich zusage, ist eine fachgerechte Behandlung mit den bestmöglichen Materialien und eine ehrliche Einschätzung nach dem Durchgang. Bei diesem Fall habe ich zusätzlich ein schriftliches Reinigungsprotokoll erstellt, das den Zustand vor und nach der Behandlung, die eingesetzten Mittel und meine fachliche Empfehlung dokumentiert. Solche Protokolle sind wertvoll, wenn Sie den Schaden gegenüber Versicherung, Vermieter oder Mieter nachweisen müssen.
Was Sie daraus mitnehmen können
Alter zählt. Ein Motorölfleck, der über Wochen oder Monate auf offenporigem Naturstein einwirken konnte, ist ein anderer Fall als ein frischer Tropfen vom Vormittag. Bei alten Flecken ist die realistische Erwartung eine deutliche Verbesserung, nicht immer eine vollständige Entfernung. Wer das vorher weiß, ärgert sich hinterher nicht über ein Ergebnis, das der Naturstein einfach nicht mehr hergibt.
Wann klappt die Reinigung nicht mehr?
Es gibt Situationen, in denen auch die beste Öl-Saugpaste und die konsequenteste Anwendung nicht ausreichen:
- Sehr alte Flecken, die seit vielen Monaten oder Jahren einwirken konnten. Das Öl ist dann so weit in die Materialstruktur eingedrungen, dass die Kapillarwirkung der Paste die Tiefe nicht mehr erreicht.
- Extrem offenporiger Naturstein wie manche Sandsteine oder unbehandelter Travertin. Diese Steine wirken wie ein Schwamm, das Öl kann sich über eine große Zone verteilen und ist mit Punktbehandlung nicht mehr zurückzuholen.
- Marmor mit Ätzschaden. Wenn die Säureadditive im Öl bereits eine matte Stelle in die Kalkstruktur geätzt haben, ist auch nach vollständiger Öl-Entfernung eine sichtbare Beschädigung da. Hier hilft nur professionelles Nachbeschichten oder Aufschleifen durch einen Steinmetz.
- Kombinationsverschmutzung, wenn zusätzlich zum Öl Rost, Chemikalien oder Streusalz eingewirkt haben. Die Wechselwirkung mit dem Öl macht die Reinigung dann unberechenbar.
- Öl in Fugen und Zwischenräumen. Wenn das Öl durch die Fuge in den Mörtel oder das Split-Bett unter dem Stein gezogen ist, liefert das Material von unten immer wieder nach. Da kommt die Paste an ihre Grenzen.
In allen diesen Fällen sage ich meinen Kunden das ehrlich vor dem Auftrag oder spätestens nach dem ersten Durchgang. Es bringt niemandem etwas, mehrere Hundert Euro in eine Behandlung zu investieren, die das Ergebnis nicht wesentlich verbessern kann.
Alternativen, wenn Reinigung nicht mehr reicht
Austausch einzelner Steine
Bei Wegeplatten, Terrassenplatten oder einzelnen Treppenstufen ist der Austausch oft die wirtschaftlichste Lösung. Ein regionaler Natursteinmetz kann eine passende Ersatzplatte in derselben Sorte und Farbe besorgen und einbauen. Bei größeren Verlegungen liegen die Kosten pro Platte bei 80 bis 200 Euro Material plus 50 bis 150 Euro Einbau. Bei einzelnen Stufen liegt der Aufwand höher, weil die Kanten oft gebrochen oder poliert werden müssen.
Aufschleifen und Neupolieren
Bei polierten Granit- oder Marmor-Flächen kann ein Natursteinmetz die oberste Schicht abschleifen und die Fläche neu polieren. Das entfernt sowohl eingezogenes Öl in der obersten Schicht als auch Ätzschäden. Die Methode ist aufwendig, kostet aber bei einzelnen Stufen oder kleinen Flächen oft weniger als ein kompletter Austausch. Ab etwa 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter, je nach Härte und Politurgrad.
Aufhellen mit Bleichmitteln
Bei sehr hartnäckigen Verfärbungen versuchen manche Anwender eine Bleichbehandlung mit Wasserstoffperoxid-basierten Mitteln. Das funktioniert manchmal, birgt aber Risiken: bei falscher Anwendung entstehen helle Flecken, die noch stärker auffallen als die Ölspur. Ich rate von Selbstversuchen mit Bleichmitteln auf Naturstein ab. Wenn überhaupt, sollte das ein spezialisierter Steinreiniger machen.
Professionelles Nachbeschichten
Bei größeren gepflasterten Flächen oder Terrassen aus Naturstein kann eine Nachbeschichtung mit Steinversiegelung (zum Beispiel Lithofin Fleckstopp) sinnvoll sein. Das versiegelt nicht nur die Poren gegen künftiges Eindringen von Öl und Wasser, sondern kann optisch auch leichte Restschatten kaschieren. Die Beschichtung sollte alle drei bis fünf Jahre erneuert werden.
Was kostet die professionelle Naturstein-Reinigung?
Die Preise für eine Ölfleck-Behandlung auf Naturstein hängen stark von der Anzahl der Flecken, der Steinart, dem Alter der Verschmutzung und der Anzahl der nötigen Durchgänge ab. Aus meiner Praxis in Grevenbroich und Umgebung bewegen sich die Kosten typischerweise in diesem Rahmen:
| Situation | Aufwand | Preis netto |
|---|---|---|
| 1 kleiner, frischer Fleck auf polierten Granit | 1 Behandlungsdurchgang | ca. 50 – 90 € |
| 2 bis 3 mittelgroße Flecken, wenige Wochen alt | 2 Anwendungsdurchgänge | ca. 100 – 180 € |
| Mehrere alte Flecken, tief eingezogen | 3 oder mehr Durchgänge | ca. 200 – 400 € |
| Marmor oder empfindlicher Naturstein | Aufmaß und Testbehandlung | auf Anfrage |
| Mit schriftlichem Reinigungsprotokoll (für Versicherung, Vermieter) | Zusatzleistung | + 40 – 60 € |
In diesen Preisen sind Material (Lithofin Öl-Ex), Anfahrt innerhalb von Grevenbroich und Umgebung sowie mehrfache Kontrollbesuche enthalten. Bei Fällen wie dem oben beschriebenen (der Kunde) rechne ich nach tatsächlichem Aufwand ab, weil sich die Anzahl der Durchgänge vorher nicht immer sauber abschätzen lässt. Wenn das Ergebnis am Ende nicht ausreicht, bekommen Sie das Reinigungsprotokoll und eine ehrliche Einschätzung, was noch möglich ist und was nicht.
Wann selbst, wann Profi?
Selbst machen, wenn ...
… der Fleck frisch ist (idealerweise nicht älter als einige Tage), klein bis mittelgroß, auf polierten oder halbwegs dichten Granit fällt und Sie einen trockenen Tag ohne Regenrisiko haben. Mit einer Dose Lithofin Öl-Ex für rund 25 Euro und etwas Geduld schaffen Sie das gut. Rechnen Sie mit ein bis zwei Anwendungen und dazwischen jeweils einer Nacht Einwirkzeit.
Profi holen, wenn ...
… es sich um Marmor, Kalkstein oder empfindlichen Naturstein handelt, wenn die Flecken alt sind, wenn mehrere große Bereiche betroffen sind oder wenn Sie für einen Wohnungsverkauf, eine Übergabe oder eine Versicherungsmeldung ein sauberes und dokumentierbares Ergebnis brauchen. Ich komme vorbei, schaue mir die Situation an und sage Ihnen ehrlich, was drin ist. Und wenn Reinigung nicht mehr ausreicht, empfehle ich Ihnen den Austausch oder einen Steinmetz aus der Region.
FAQ rund um Ölflecken auf Naturstein
Wie lange muss die Öl-Saugpaste auf Naturstein einwirken?
Bei Lithofin Öl-Ex und ähnlichen Produkten sind 8 bis 10 Stunden pro Durchgang der übliche Wert auf Naturstein. Bei sehr dichten Steinen wie poliertem Granit kann eine längere Einwirkzeit von bis zu 24 Stunden sinnvoll sein. Wichtig ist, dass die Paste komplett durchtrocknet, bevor Sie sie abnehmen, sonst wird das gelöste Öl nicht mitgezogen.
Kann Motoröl komplett aus Granit entfernt werden?
Bei frischen Flecken auf poliertem, dichtem Granit oft ja. Bei alten, tief eingezogenen Flecken oder auf offenporigem Naturstein wie Sandstein ist eine vollständige Entfernung häufig nicht möglich. Das Öl sitzt dann so tief in der Materialstruktur, dass auch mehrere Anwendungsdurchgänge nur einen Teil herausziehen können. Ich sage Ihnen bei einem Vor-Ort-Termin ehrlich, was realistisch drin ist.
Was tun mit Ölflecken auf Marmor?
Marmor ist besonders empfindlich. Motoröl enthält Säureadditive, die die Kalkstruktur des Marmors angreifen und matte Stellen hinterlassen können. Bei Marmor bitte kein Hausmittel und keinen Säurereiniger anwenden. Öl-Saugpaste ist grundsätzlich geeignet, aber die Behandlung sollte behutsam und in mehreren dünnen Schichten erfolgen. Bei wertvollem Marmor rate ich zum Profi, weil ein Fehlversuch die Oberfläche irreversibel beschädigt.
Reicht Aceton oder Backofenreiniger für Öl auf Naturstein?
Nein, das ist sogar riskant. Aceton löst zwar Öl an der Oberfläche, verdunstet aber zu schnell, um das tief eingezogene Öl herauszuziehen. Backofenreiniger ist stark alkalisch und kann Marmor, Kalkstein oder Travertin dauerhaft mattieren und aufhellen. Bei Granit hinterlässt er häufig helle Flecken in der Politur. Für Naturstein ist die Öl-Saugpaste das einzige verlässliche Mittel.
Was kostet der Austausch einer Granit-Stufe?
Eine einzelne Granit-Stufe im Eingangsbereich liegt je nach Maß, Kantenbearbeitung und Steinsorte bei 250 bis 600 Euro Material plus etwa 150 bis 300 Euro Handwerkerkosten für den Austausch. Bei mehreren Stufen sinkt der Stückpreis etwas. Ich empfehle, mit einem regionalen Natursteinmetz Kontakt aufzunehmen, weil der auch die passende Farbe zum bestehenden Bestand aussucht.
Hilft ein Profi immer bei Ölflecken auf Naturstein?
Nein, und das sage ich als Reinigungsprofi ehrlich. Es gibt Fälle, in denen auch drei oder vier Anwendungen mit Profi-Saugpaste den Fleck nicht vollständig entfernen können. Naturstein ist ein natürlich gewachsenes Material mit unterschiedlicher Dichte, das eingezogene Öl kann nicht immer restlos zurückgeholt werden. In solchen Fällen ist der Austausch der einzige Weg zu einer wirklich sauberen Optik. Ich dokumentiere das schriftlich, damit Sie eine belastbare Grundlage haben.
Was hilft sofort bei einem frischen Ölfleck auf Naturstein?
Katzenstreu, Sägemehl oder ein spezielles Öl-Absorber-Granulat großzügig auf den frischen Fleck streuen und mindestens 30 Minuten liegen lassen, gerne länger. Das Granulat saugt das oberflächliche Öl auf, bevor es in den Stein einziehen kann. Anschließend abkehren, in den Restmüll geben und mit lauwarmem Wasser plus Schmierseife nachwischen. Je schneller Sie handeln, desto geringer der bleibende Schaden.
Ölflecken auf Naturstein in Grevenbroich oder Umgebung?
Ich komme vorbei, schaue mir die Stelle in Ruhe an und sage Ihnen ehrlich, was Reinigung noch bringen kann und wo die Grenzen sind. Auf Wunsch mit schriftlichem Reinigungsprotokoll für Versicherung oder Vermieter.
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